Veröffentlicht in DiaGonal, Getaggt Auto, Luft, Nase, Sonne, Tür, Wichtel am 14. November 2009 |
8 Kommentare »
Kalte Novemberluft schlug ihr entgegen, als sie vors Haus trat. Die Sonne blinzelte gold-rot durch das dünne Laubkleid der Bäume. Sie blinzelte zurück. Morgens hockte der Frost schon auf den Autoscheiben und aus den Nasen und Mündern stieg Drachenqualm empor. Das Gesicht zu einer Grimmasse verzogen, versuchte sie, ihre Brille zu beschlagen oder Rauchringe zu pusten.
In der Tristesse des Novembergraus sah sie aus wie ein Farbkaleidoskop: Kirschrote, kniehohe Lederstiefel, eine laubgrüne Wollstrumpfhose, einen kürbisorangenen Cord-Minirock, einen pfaublauen Pullover, einen zitronengelben Samtmantel und eine pflaumenviolette Strickmütze mit Pompons.
Ihre kleine Wohnung hatte sie herbstlich dekoriert: An der Tür baumelte ein Jutedrachen, Zierkürbisse lagen in einem Weidenkorb auf der Friesenbank daneben und auf den Treppenabsätzen standen Getreidegarben. Kleinen Holzwichteln, Elfchen und Zapfenigeln hatte sie aus Kastanien, Bucheckern und trockenem Laub auf dem Fenstersims in der Küche ein heimeliges Winterquartier geschaffen.
Neulich war es noch Sommer!
Dies ist mein Beitrag zu Donna’s Schreibprojekt.
Ganzen Post lesen »