Archiv für Dezember 2009
[Grippe]
Veröffentlicht in DiaGramm, Getaggt Weihnachten am 18. Dezember 2009 | 4 Kommentare »
Last Christmas
Veröffentlicht in DiaGonal, Getaggt Auto, Brötchen, Deich, Radio, Ruhe, Weihnachten am 18. Dezember 2009 | 2 Kommentare »
Seit 1984 geht mir das auf die Nüsse. An jedem Glühweinstand trällern mir diese beiden Lappen die Ohren voll. In der Bahn, im Bus, im Auto, beim Brötchen holen, im MP3-Player, auf dem Deich, selbst im Radio. Keine Ruhe!
Wann kommt endlich die Version “Very last christmas” heraus? Dann singe ich mit: “Letzte Weihnacht, allerletzte Weihnacht …”

Ich habe früher immer Pink Floyd gehört: Wish you were here. Das mache ich jetzt auch wieder!
Schnee schippen
Veröffentlicht in DiaGonal, Getaggt Auto, Karawane, Nase, Ohr, Schuhe, Tür, Weihnachten, Wind am 18. Dezember 2009 | Kommentar schreiben »
Weihnachten naht. Draußen bricht der Winter los, holt sich alle Passanten ohne Mütze, Schal, Handschuh und warme Schuhe. Der eisige Wind gefriert ihnen die unbedeckte Nase und die Ohren. Ich kann’s vom meinen Fenster aus sehen. Lustig schlittern sie über vereiste Bürgersteige, den Kragen hochgeschlagen, den Hals ganz klein gemacht, die Hände tief in den Taschen vergraben. Sie sehen aus wie 1,70 m große Pinguine. Gehen auch so. Auf der anderen Straßenseite dreht ein Sommerreifenfahrer grade durch. Er hat nur ein winziges Guckloch gekratzt, der Anlasser klingt wie Bert aus der Sesamstraße, wenn er lacht. Endlich springt die alte Möhre an. Die Vorderreifen machen bestimmt im Stand schon 80 km/h, das Auto qualmt wie der Kühlturm eines Braunkohlewerkes, als der Motor wieder stirbt. Wutschnaubend verstaucht er sich den Fuß beim Tritt gegen den hartgefrorenen Reifen und schließt sich humpelnd der Pinguinkarawane an.
Die Flocken werden dichter, man kann fast nur noch die Schirmspitzen sehen. Ich will mir grade einen neuen Glühwein heiß machen, als mir der Kehrwochenplan in die Hände fällt. Schneedienst? Ich? Ach du scheiße, wo sind bloß meine Handschuh und die Mütze?!
Deko-Stress
Veröffentlicht in DiaGonal, Getaggt Adventskalender, Fußball, Karawane, Kind, Radio, Sonne, Tag, Weihnachten, Wichtel am 18. Dezember 2009 | 2 Kommentare »
Es ist wieder soweit: Der Dekostress beginnt. Da kommt man nicht drumrum. Selbst wenn ich mir beim Autogramm von Oliver Kahn geschworen habe, Gott hab ihn selig, diesen Wahnsinn einfach zu ignorieren, basteln die Kinder in der Schule sicher etwas Tolles. Mit ihren Lehrerinnen wird da gemalt und geklebt, gehäkelt und geklöppelt, gefilzt und gefärbt. So werden Dutzende Pappsterne mit Bommeln, Engelchen zum Hinstellen, Wachstropfformen, verzierte Nadelgehölzzweige, rote Filzmützchen oder selbstgebackene knüppelharte Kekse, die unbedingt am Baum hängen müssen, stolz nach Hause getragen. Unsinnige Wichtelgeschenke werden angeschleppt und Nümmerchen für Adventskalender gezogen. Seitdem ziert unsere Küchenfensterbank ein kleiner Nikolaus mit Glitzer, der je nach Wetterlage seine Farbe verändert. Bei Regen oder Schnee ist er rosa und wenn die Sonne scheint, funkelt er blau. Nur Abwaschen kann er nicht. Na ja, beim Schrottwichteln in der Firma werde ich ihn wenigstens im nächsten Jahr wieder los!
Die Kinder schmücken zu Hause weiter bis die Wohnung aussieht wie die Asservatenkammer des Weihnachtsmannes: Kleine Rentier- und Wichtelkarawanen stolpern durch die selbstgebaute Winterlandschaft aus Styropor und die Krippe wird auf dem Fernsehgerät aufgebaut (ich dreh dann immer den Bass auf, bis der Esel umplumpst). Auf dem Küchentisch nadelt ein trockener Adventskranz, beim Auspusten der Kerzen spritzen Wachsflecken bis an die Tapete und den ganzen Tag dudelt aus dem Radio Rolf Zuckerdosis “Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus …”
Ich baue mir jetzt erstmal die Freistoßsituation in den Schnee, als Kamper dem Kahn einen indirekten Freistoß an der Mauer vorbei ins Eck knallt. Schön mit Schal und Trikot! Das war auch wie Weihnachten.
Baumfieber
Veröffentlicht in DiaGonal, Getaggt Abend, Brötchen, Nacht, Tür, Wasser, Weihnachten am 12. Dezember 2009 | 6 Kommentare »
Weihnachten stand vor der Tür und wieder einmal hatte es diese endlosen Diskussionen gegeben. Seit zwei Wochen stritten sie jeden Abend darüber, ob sie am ersten Feiertag ihre Eltern zu Gans mit Rotkohl und Klößen besuchen oder zu seinen Eltern fahren, wo es traditionell Kartoffelsalat mit Bockwürstchen im Brötchen gibt.
“Immer dieses heilige Gedudel im Oberhemd”, dachte er und schüttelte sich, “und diese scheiß schweren handgeriebenen Kanonenkugeln, die den fetten Vogel vom Himmel geschossen haben …” Mit Grauen erinnerte er sich an das heuchlerische Bestaunen des oberförsterlich erschlagenen grün- (n)adeligen Waldbewohners mit echten Bienenwachskerzen im letzten Jahr (das Mistding piekste, war nach zwei Tagen kahl wie ein katholisches Kirchenoberhaupt und auf allen Fotos sah man diesen dämlichen Löscheimer!). Der Gedanke an einen diskret zugeschobenen Büttenumschlag mit 50 Euro stimmte ihn auch nicht fröhlicher.
Daheim aber tauchten hunderte kleine Lämpchen die Rundfichte, eine schnittgrüne Konifere, in ein heimeliges und verheißungsvolles Licht. Engelschöre verkündeten die heilige Nacht. Mutter deckte durch Berge von Geschenkaltpapier watend den Tisch mit ihrem himmlischen hausgemachten Kartoffelsalat, ein kulinarisches Weihnachtsgedicht. Ihm lief bei diesem Gedanken das Wasser im Munde zusammen. Und die 20 Euro konnte er gut gebrauchen.
“Schön, dass ihr da seid”, riss sie ihn aus den Träumen, als sie die Tür öffnete, “ich hab heute zur Abwechslung ‘mal Gans gemacht!”
Dies ist mein Beitrag zu Donna’s Schreibprojekt.












