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Mit ‘Adventskalender’ getaggte Artikel

Der Zahn der Zeit

„Wer hat an der Uhr gedreht?“, das war schon bei Paulchen Panther die alles entscheidende Frage, quasi die Millionen- Euro- Frage der Toons.
Manchmal weiß ich einfach nicht, was ich zu Hause den lieben langen Tag so gemacht habe. Morgens laufe ich nach dem Aufstehen am Wäscheberg auf dem Esszimmertisch vorbei und sage ihm am Abend wieder “Gute Nacht”, ohne dass er kleiner geworden wäre, ganz im Gegenteil! Auf dem Weg ins Bad wirbele ich Wochen alte Staubmäuse auf, quetsche wieder einmal den letzten Rest aus der Zahnpastatube und ärgere mich über die leere Shampooflasche in der Dusche. Ein Haarbüschel verstopft den Abfluss. In der Kaffeemaschine, die ich vergessen habe auszuschalten, pappt noch der Filter mit Prütt von gestern und ein verkochter Sirup. Das leer gegessene Ei wurzelt schon in der Untertasse. Der Spüllappen klebt und riecht wie eine alte Windel, das Geschirrbecken ist stumpf vor Kalk wie die Scheinwerfer eines Citroens. Der Adventskalender ist auf 23 stehen geblieben. Auf der Spülmaschine türmen sich Teller und Töpfe wie nach der Vereidigung von Bundeswehrkadetten. Ich schaffe es einfach nicht, dem Chaos Herr zu werden. Wenn ich den Müllwagen beim Nachbarn klabastern höre, springe ich auf, rolle meinen Trolli nach vorne und ärgere mich bis zum Abend über die voll gebliebenen Papierkörbe im Haus, die ich dann noch finde. Ich schaue durch blinde Fenster auf die Straße und stelle fest, dass der Rasen höher ist als meine Hecke. Aber der Schlüssel zum Schuppen hängt nicht an seinem angestammten Platz und im Grasfangkorb vom Rasenmäher züchten die Kinder Nacktschnecken. Abgesehen davon ist eh das Benzin im Kanister alle. Dafür finde ich mein seit Wochen verschollenes Handy wieder. Die letzte gewählte Rufnummer stammt vom chinesischen Konsulat in Tibet. Ich versuche noch zu erklären, dass ich mich verwählt habe. Vergebens. Als der Wind meine Haustür zuschmeißt, der Sturzregen über die Rinne vom Dach schwappt und die Packungen vom Bofrostmann auf dem Treppenabsatz durchweicht, da tanze ich einen wilden Tanz. Wie die blaue Elise, die wieder einmal versucht, die Ameise Charlie zu fangen und sich dabei selber in die Luft sprengt.

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Das wollte ich schon länger mal machen: Eine Geschichte schreiben, in der alle meine Schlagwörter (“Tag-Links”, siehe am rechten Rand) mindestens einmal vorkommen. Ich probiere es mal alphabetisch!

Es ist Heiligabend. Soeben öffne ich das letzte Törchen vom Adventskalender. Was ist das denn? Ich traue meinen Augen nicht: Ein kleines Schokoladenauto. Und wer steigt grade aus? Der Bofrostmann! Wo will der denn so spät hin? Will der etwa noch Tiefkühl- Brötchen ausliefern? Wo denn? Hier in dieser unwirtlichen Gegend, mitten am Deich? Hier gehen die Eier zu Ende, die Frauen spielen Fußball und Haare wachsen am Horizont! Was in aller Welt hat der hier verloren? Leise schleiche ich ihm nach. Das gespenstische Licht des Mondes verzerrt die Schatten der Hühner im Garten von Kapitän Ahab zu einer Karawane Fleisch fressender Saurier. Plötzlich bleibt der Bofrostmann stehen und blickt sich misstrauisch um. Ich zucke zusammen. Hat er mich gesehen? Dämonisch sieht er aus, als würde er Kinder fressen. Ich fürchte um mein Leben, als er einige Schritte auf mein Versteck zugeht. Sein eisiger Atem stirbt in der klirrenden Kälte, kaum dass er sein Maul verlässt. “Ich bin ein Mann” , denke ich, “zum Sterben ist jetzt keine Zeit!” und laufe weg. Meine Schritte hallen in der Dunkelheit wie die Schläge des Belzebubs zum Altweiberfasching auf dem glühenden Amboss. Atemlos renne ich zum Meer. “Heiliges Murmeltier, steh mir bei”, schreie ich. Der graue Riese schmeißt unbarmherzig seine kalten Arme nach mir und spült Muscheln um meine Füße. Unsichtbare Möwen schreien durch die Nacht. Meine Nase saugt den salzigen Odem des Todes ein, in den Ohren knistert es nach zertretenem Playmobil. Das Radio in meinem Kopf spielt Julis “Woanders zu Hause”. Dann ist plötzlich Ruhe. Kognitiver Stromausfall. Unendliche Stille. Das Meer schweigt, als habe Neptun Mittagsschlaf verordnet und drohe jedem, der dieses Gesetz missachtet, mit einer Einzelstunde Eurythmie. Mit meinen Zehen presse ich den Sand in meinen Schuhen immer wieder zusammen, bis sich ein kleiner Damm darin bildet. Die Welt um mich herum ist stumm, wie in der Schule beim Englisch- Unterricht, mucksmäuschen still. Selbst die Segel eines trüben, vorüberziehenden Seelenverkäufers halten sich an das unausgesprochene Redeverbot. Ich fröstle.
Mit lautem Getöse poltert die Brandung Ruptus artig wieder los, glitschig wie Seife prescht sie mir ihre klamme Gischt ins Antlitz. Ich muss spucken und kneife die Augen zusammen. Als ich sie wieder öffne, brennt die Sonne, obwohl es eben noch stockfinster war. Bis zu den Knien eingegraben stehe ich am Strand, es ist heller Tag. Hinter mir entdecke ich eine schimmernde Tür. Das Wasser frisst gierig ihren Rahmen und drückt an die Buhnen.

Das Leben ist wie die Flut an Weihnachten” , denke ich, “was die Welle nicht reißt, das reißt der Wichtel!”
In der Tür drehe ich mich noch einmal um und blicke ein letztes Mal zum Ende der Welt. Der Wind bläst mir ins Gesicht, das hält die Windschutzscheibe nicht.

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Ist das Kunst …?

… oder kann das weg?

  • Die Socken mit den Löchern
  • Die geköpfte Eierschale
  • Die restlichen italienischen Lire
  • Die ausgebaute Kugelschreiberfeder
  • Der Stadtplan von Ostberlin
  • Die Einladung zur Millenniums- Sylvesterparty
  • Die 5,25- Zoll- Diskette
  • Die Siegerurkunde von den Bundesjugendspielen
  • Die eigene Schultüte
  • Die Tageszeitung vom 18. Geburtstag
  • Die Hotelseife aus den Flitterwochen
  • Der Sand in den Schuhen aus Hawaii
  • Die Sonnenfinsternis- Schutzbrille
  • Der leer gegessene Adventskalender
  • Die aufgehobenen Milchzähne
  • Der Aufkleber “Abi 1986″ am Auto
  • Die abgelaufene Arminia Bielefeld- Dauerkarte (1. Liga!)
  • Der Fuchsschwanz
  • Die Kinderbrille
  • Die C9o- Cassette mit Mal Sondock’s Hitparade
  • Der Esbit- Trockenbrennstoff für die Dampfmaschine
  • Das ausgeglühte Knicklicht
  • Der ausgedrückte Zigarettenfilter nach dem ersten Mal
  • Der 2 cm lange Bleistiftstummel
  • Die Wechselkurstabelle DM – EUR
  • Die Reinhard Fendrich- Single “Es lebe der Sport”
  • Die selbstgezogene Kerze aus dem Workshop “Mit Kindern wachsen!”

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Auf leisen Sohlen

Morgen ist schon wieder Dezember, und ich habe ihn immer noch hier herumliegen, diesen unsäglichen Adventskalender zum selbst Befüllen. Schon letztes Jahr wollte ich ihn in der Bucht verticken, bis die liebe Unterholzbewohnerin etwas angezettelt hat, was nicht wieder rückgängig zu machen war und mir jetzt eine liebe Tradition zu werden scheint:

Der literarische Adventskalender. Ohne Quartett.

Und das geht so: Jeden Tag darf er von den treuen und sporadischen, von den begeisterten und griesgrämigen Lesern meines Blogs, von großen und kleinen Wichteln gefüllt werden. Der Reihe nach. Morgen ist also das erste Täschchen dran. Da darf alles selbst Geschriebene und gut Gemeinte hinein. Alles, außer Last Christmas. Die gehen mir schon auf die Nüsse, bevor ich sie das erste Mal wieder im Radio gehört habe. Zum Füllen müsst ihr die Kommentarfunktion benutzen. Unmoderiert. Abends schmeiß ich dann doch alle Last Christmas- Links raus ;-)

Viel Spaß und Frohe Weihnachten!

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Davon geistern im Moment viele durchs Haus:

Kleine Notizzettel, blinkende Anrufbeantworter, SMS-Signaltöne, Stofftiere und lange Unterhosen mit Löchern, ferngesteuerte Autos und Taschenlampen mit leeren Akkus, volle Wäschekörbe, leere Kühlschränke, harte Brötchen, keine Eier, Zahlungsaufforderungen, Weihnachtsdeko, Adventskalender, Pfandflaschen, Altpapier, Schneeschipper, zugefrorene Scheiben, Matsch im Flur, nasse Schuhe, gerissene Schnürsenkel, verklemmte Jalousien, durchgebrannte Glühlampen, Steinschlag in der Windschutzscheibe, Winterreifen im Schuppen, Abfallkalender, Koffer, unaufgeräumte Kinderzimmer, nicht gemachte Betten, Nachts plötzlich piepende Wecker, Elternstunden in der Kita, Fortbildungen am Freitag, Hunger in der Mittagspause, Klebefilm- und Scherenverstecker, Brillen- und Hausschlüsselverschlürer!!

Wenn das morgen alles weg ist, ja Scheiß in Dreck, was mach ich dann?!

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Deko-Stress

Es ist wieder soweit: Der Dekostress beginnt. Da kommt man nicht drumrum. Selbst wenn ich mir beim Autogramm von Oliver Kahn geschworen habe, Gott hab ihn selig, diesen Wahnsinn einfach zu ignorieren, basteln die Kinder in der Schule sicher etwas Tolles. Mit ihren Lehrerinnen wird da gemalt und geklebt, gehäkelt und geklöppelt, gefilzt und gefärbt. So werden Dutzende Pappsterne mit Bommeln, Engelchen zum Hinstellen, Wachstropfformen, verzierte Nadelgehölzzweige, rote Filzmützchen oder selbstgebackene knüppelharte Kekse, die unbedingt am Baum hängen müssen, stolz nach Hause getragen. Unsinnige Wichtelgeschenke werden angeschleppt und Nümmerchen für Adventskalender gezogen. Seitdem ziert unsere Küchenfensterbank ein kleiner Nikolaus mit Glitzer, der je nach Wetterlage seine Farbe verändert. Bei Regen oder Schnee ist er rosa und wenn die Sonne scheint, funkelt er blau. Nur Abwaschen kann er nicht. Na ja, beim Schrottwichteln in der Firma werde ich ihn wenigstens im nächsten Jahr wieder los!
Die Kinder schmücken zu Hause weiter bis die Wohnung aussieht wie die Asservatenkammer des Weihnachtsmannes: Kleine Rentier- und Wichtelkarawanen stolpern durch die selbstgebaute Winterlandschaft aus Styropor und die Krippe wird auf dem Fernsehgerät aufgebaut (ich dreh dann immer den Bass auf, bis der Esel umplumpst). Auf dem Küchentisch nadelt ein trockener Adventskranz, beim Auspusten der Kerzen spritzen Wachsflecken bis an die Tapete und den ganzen Tag dudelt aus dem Radio Rolf Zuckerdosis “Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus …”

Ich baue mir jetzt erstmal die Freistoßsituation in den Schnee, als Kamper dem Kahn einen indirekten Freistoß an der Mauer vorbei ins Eck knallt. Schön mit Schal und Trikot! Das war auch wie Weihnachten.

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Adventskalender

Bald Jetzt ist es wieder soweit.
Schokoladenadventskalender werden schon vorm Frühstück geplündert, kleine selbstgenähte Filzbeutel lieblos aufgerissen, duftende Miniaturfläschchen versprüht, Hartplastikteile von Lego, Playmobil oder Polly Pocket verstreut oder Hot Wheel – Karawanen ziehen quer durch die Küche.

Wie besinnlich ist es da doch, meinen Adventskalender gemeinsam zu füllen!
Dazu bitte die Kommentar – Funktion benutzen!

Nun hier der angekündigte Cartoon von karicartoons zum Zimtdöner, der im 6. Törchen steckt:

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