Stromabwärts

Da ist er dahin, der rote Faden
Einfach auf und davon
Er tanzt auf den Wellen.

Er wird immer schneller,
bleibt an einem Stein hängen,
reißt sich wieder los.

Wild wirbelt er umher,
singt und springt
und träumt.

Er plätschert vor sich hin,
schaut sich um und trödelt
genussvoll.

Das ist schön: Die Zeit vertrödeln
Nicht eilen oder hetzen
Da sein.

Wieder nimmt er Fahrt auf
Ein umgestürzter Baum
ragt gefährlich ins Wasser.

Geschickt duckt er sich
Prustend und schnaubend
taucht er wieder auf.

Dann gelingt es ihm,
sich an einem mitströmenden
Papierboot festzuklammern.

Mit letzter Kraft klettert er an Bord
Matt rutscht er am Mast herunter
Geschafft.

Das erste Mal
kann er sich ein Weilchen
von der Reise erholen.

Er schaut in den Himmel,
sieht, wie die Wolken vorbeihuschen,
wie er mit den Möwen fliegt.

Dann rappelt er sich auf
und schaut gespannt
über die Reling seines kleinen Rettungsbootes.

In einem wahnsinnigen Tempo
zieht alles dahin,
Landschaft, Zeit und Schiff.

Er hört das Rauschen und Gurgeln
des herannahenden Wasserfalls nicht …

2 Gedanken zu “Stromabwärts

  1. seelenbalsam 21. März 2010 / 13:05

    Der rote Faden … wow, ich bin total begeistert. LG seelenbalsam

    Gefällt mir

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