Hühneraugen

Links und rechts habe ich sie, mitten unterm Zehenballen. Bei jedem Schritt muss ich mich entscheiden: Entweder zu staken wie der Storch im Teich oder zu huschen wie über glühende Kohlen. Das ist nicht schön anzusehen.

Letztens erst hat Variante Eins einen Ladendetektiv misstrauisch gemacht. Als rechtschaffender Mann habe ich mich natürlich über den obskuren Verdacht des Diebstahls echauffiert und mich der Taschenkontrolle verweigert. So wurde ich in einer verrauchten und dunklen Spionagezentrale festgehalten. Auf allen Monitoren flackerten Bilder aus den Eingeweiden des Konsumbabels. Aber auf keinem lief Fußball. Es dauerte geschlagene 40 Minuten nach dem rechnerischen Schlusspfiff, bis die blau-blau uniformierten Sportkameraden den Weg ins Arbeitszimmer des Nick Knatterton gefunden hatten. Meine inneren Organe waren inzwischen am Maximum ihrer Vorratsdatenspeicherung angelangt und es drückte mich heftig der Harn. In dem Moment, als die schwere Tür nach einem Klopfcode geöffnet wurde, huschte ich in Art und Weise von Variante Zwei an den Kuckucksgesichtern vorbei, den langen Flur entlang bis in die Abteilung für gebrauchte Getränke. Dort wurde ich dann unschön überwältigt, obwohl ich meine Hände noch brauchte.

Ich sag’s ja: Das ist nicht schön anzusehen. Guten Appetit!

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