Schnurlos

Fortsetzung von Hautnah (Kapitel 1), Space Invaders (Kapitel 2), Verkorkt (Kapitel 3) und Strafzimmer (Kapitel 4)

Beim letzten Aufbäumen vor dem schwarzen Tod vibrierte plötzlich mein Handy …brrrt …brrrt. Dann wieder …brrrt …brrrt. Mein Blick graste fieberhaft den Raum ab, hier irgendwo musste es doch liegen, und blieb am Fenster hängen.  In der Ecke sah ich eine Mücke im Netz einer riesigen Spinne verzweifelt zappeln. …brrrt …brrrt. Tarantula schaute vergnügt ein Weilchen zu, bis der Stechschmarotzer erschöpft war, dann überwältigte sie ihn mit einer heimtückischen Wickeltechnik. Ruhe. Stille. Nach ein paar Minuten brummte es wieder, doch diesmal blieb das Netz ruhig. Zu dem dumpfen Brummen gesellte sich jetzt ein scheppernder Oberton …brrrtbop …brrrtbop. Dann entdeckte ich mein Handy auf der Fensterbank, wie es an die Scheibe klopfte, genau unter den Fängen meines arachnophobischen Traumas. Acht Augen richteten sich sofort auf das zuckende Opfer. Ich schnappte mir einen Reisigbesen und kämpfte erbittert mit der schwarzen Witwe, doch sie war gut, fast so gut wie General Grievous. Sie fauchte wild, hob drohend ihre Vorderläufe und setzte zum alles entscheidenden Sprung an. Ich stolperte rückwärts und setzte panisch mit der Glut meines letzten Teerstäbchens das Birkengezweig meiner Waffe in Brand. Sie wich einen winzigen Moment zurück, den ich nutzte, ihr mit dem Laserbesen erst einen Arm, dann einen weiteren abzuschlagen. Vor Schmerz rollte sie sich zusammen. Ich richtete ihr einen kleinen Scheiterhaufen her und zündete ihn an. Sie zuckte ein letztes Mal, bevor es zu Ende ging, es roch nach Perücke auf dem Gasherd.

Ich ließ frische Lust ins Zimmer und schnappte mir mein Handy. Ein kleiner animierter Briefumschlag teilte mir den Eingang einer SMS mit. Mit fahrigen Wurstfingern zappte ich mich durch verschachtelte Menüs, stellte dabei versehentlich das Sprachlayout auf Mandarin, musste das Gerät verzweifelt auf Werkseinstellungen zurücksetzen und löschte dabei den kompletten Telefonspeicher. Alle Kontakte, persönlichen Einstellungen, Fotos, Nachrichten und Notizen waren verschwunden. Inklusive meiner PIN und meiner eigenen Nummer, die ich unter Ich abgespeichert hatte, weil ich sie mir nicht merken konnte. Einzig den Notruf hätte ich noch absetzen können, wenn nicht der Akku in dem Moment an Überhitzung gestorben wäre.

Hier geht die Geschichte weiter.

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