Wenn ich jemand anders wär‘, dann wär‘ ich lieber ich

Manchmal quält mich meine Liste der verpassten Gelegenheiten, das Alphabet der verstorbenen Chancen, die ich nicht nutzte, als ich die Möglichkeit dazu hatte. Dann fällt es mir schwer, zufrieden zu sein. Die süßesten Früchte wachsen bekanntermaßen ganz oben, dort, wo ich nicht hinkomme, weil ich zu klein bin, zu dick oder zu doof.
Dann wäre ich gerne jemand anderes. Pinocchio zum Beispiel. Ich würde lügen, bis ich mit meiner langen Nase das Zuckerobst pflücken kann, ehrlich. Als James T. Kirk ließe ich mich hoch in die Krone beamen und würde Spock, dem alten Spitzohr, die Kerne auf den Kopf spucken, oh ja.
Oder ich machte mich als Barbapapa einfach selbst zur Leiter und kletterte hinauf, Ra-Ro-Rick Barbatrick.

Dann könnte ich mich manchmal auch in den verwandeln, der ich bin. Das wäre schön. Ich könnte all die Sachen machen, für die Pinocchio, James T. Kirk oder Barbapapa zu klein, zu dick oder zu doof sind.
Ich würde Eisblumen am Fenster züchten. Ich möchte am Murmeltiertag in einer knarrigen Pension in Punxsutawney aufwachen und „I got you Babe“ hören. Am Strand von Helgoland würde ich einen Haifischzahn finden.
Und einmal möchte ich für 5 Minuten berühmt sein.

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