Sandkastenliebe

Der Sand war kalt und feucht, kleine Pfützen hatten sich bereits darin gebildet. Es donnerte und der Regen zog in den Krieg. Dicke Tropfen bombardierten meine Burg, zerschlugen die Wehrmauern und brachten den Turm zum Einsturz. Aus den Pfützen wurden Seen, die reißend über die Ufer traten und Freund und Feind mit sich rissen. Schnell nahm ich meine Schaufel und zog einen tiefen Graben um die Ruine, in dessen Kerkern die Gefangenen und Gefolterten wie Ratten ersoffen. Mit dem Matsch, den ich aushob, baute ich hastig einen riesigen Wall um meine Füße, denn das brackige Wasser verschwand schon gluckernd in meinen Gummistiefeln. Ich kniff die Zehen immer wieder zusammen und pumpte kleine Fontänen empor, die nach meiner hochgekrempelten Jeans griffen und dort leichten Halt fanden. Mit steifen Händen hielt ich die Schaufel, eisig tropfte es aus meinen Haaren und lief mir schaurig in den Nacken. Böse blickte ich zum Himmel, der grollend zurück schoss.
Nein, ich durfte jetzt nicht aufgeben. Ich hatte drei Tage an dieser Burg gebaut und heute Nachmittag kam sie das erste Mal zu mir, die Katja aus der 2b. Süß wie ein Fruchtgummi war sie und wohnte neu in unserem Haus.

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