Hitlers Schnurrbart

Dick und fett hockte er im Bomben sicheren Nordflügel. Die braune Uniform spannte über seinem Bauch. Er war rund geworden in den letzten Tagen des Krieges. Oft nahm er sich vor abzunehmen, aber selbst das würde wohl nicht zum Endsieg reichen. So blieb er eben, was er war und wie er war: Ein dicker, brauner Popel in Hitlers Nase. Manchmal kamen struppige, widerspenstige Stoppel, die sich aufopferungsvoll von der faschistisch gekämmten Oberlippenfrisur bis zum düsteren Schlund durchgeschlagen hatten, vorbei und brachten noch ein paar Eireste mit. Der Führer wühlte dann würmelnd mit Daumen und Zeigefinger in seinem Nasenkeller nach den Kollaborateuren, scheuchte die feigen Verräter auf, griff einmal fest zu und mit einem Blitzkrieg zog er gleich ein ganzes Büschel aus dem Versteck. Triumphierend drehte er sie im Licht.
Der Popel indes hatte sich rechtzeitig bis in die tiefen Nasenhöhlen zurückgezogen, von wo er dem kleinen Adolf noch so manches Mal Kopfschmerzen bereitete.

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