Falscher Irrtum

Das Telefon schweigt schon seit Wochen und dein Geruch in meiner Welt wird immer dünner. Ich habe solche Angst, dich eines Tages nicht mehr riechen zu können und habe mir deswegen bereits vor geraumer Zeit zwei Dutzend Gefrierbeutel damit gefüllt. Doch mit jedem Moment, den ich deine Stimme nicht höre, steigt mein Verbrauch. Mein Vorrat geht langsam zu Neige und ich atme nur noch im Viertelstundentakt. Nach meinen aktuellen Berechnungen halte ich durch bis Sonntag nachmittag, dann ist Essig und mein Säure-Basen-Haushalt kippt endgültig um.
„Aus die Maus, finito, Abstieg“, höre ich den Sensenmann schon jubeln.
Aber so einfach möchte ich ihm das nicht machen, denn erst am Ende wird die Zeche geprellt, nicht zwischendurch. Bis dahin möchte ich Gefriertüten zuknoten mit dir.

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2 Kommentare zu „Falscher Irrtum

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