Grün ist auch nur eine Farbe

Als Klotz eines Morgens über den Gartenzaun guckte, war das Gras dort viel grüner als bei ihm.

»Wie kann das sein«, fragte er sich, wo doch immer die gleiche Sonne darauf schien.

Ihn wurmte das so sehr, dass er begann, auf seiner Seite große Schirme aufzuspannen, die den Rasen gegenüber beschatteten. Doch jede Stunde musste er dazu die schweren Ständer etwa einen Meter verschieben, damit sie ordnungsgemäß ihren Dienst verrichten konnten. Klotz hatte sich extra dafür frei genommen, denn, wenn er etwas tat, dann auch richtig. Bereits um Mittag taten ihm der Rücken und die Hände weh von der ganzen Zieherei und Schieberei und sein Rasen sah aus wie ein Rübenacker bei Borgholzhausen.

Klotz überlegte, ob er sich diesmal nicht doch vergaloppiert haben könnte, und schüttelte innerlich den Kopf, als plötzlich eine Stimme, zart wie ein Butterkeks sagte: »Ihr armer Rasen, er war immer viel grüner als meiner!«

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