Wollnashorn

Manchmal ist der Schlüssel einfach verschwunden. Die Tür bleibt zu, wie vernagelt und verrammelt. Dann stecke ich in meinem Kopf fest und komme nicht mehr heraus. Alleine mit meinen Gedanken bin ich eingesperrt in einer schwarzen Höhle. Einmal am Tag geht unten an der Tür eine Klappe auf und ein Tablett mit einer lieblos zusammengeschusterten Mahlzeit aus Pappmaché und Hirse wird hindurchgeschoben. Meist sitze ich schon lange vorher kerzengerade davor und warte. Nicht um des Essens willen, nein, das ist es nicht wert. Ich warte darauf, dass durch den schuhkartongroßen Spalt für einen Augenblick etwas Licht in die Finsternis fällt und ich endlich weitermalen kann. Mein Wollnashorn muss fertig werden!