Finitum

Manchmal gibt es Tage, das stresst mich der Alltag. Dann ist mir alles zu viel. Jede Kleinigkeit regt mich auf und ich weiß nicht, wie ich von der Palme wieder runterkommen soll. Und so gehe ich abends mit meinen Gespenstern schlafen und stehe am nächsten Tag wieder mit ihnen auf. Ich weiß einfach nicht, was ich dagegen unternehmen soll. Ich könnte brüllen und schreien vor Wut, ich könnte stampfen und toben. Sicher würde mir saufen und rauchen helfen, aber aus Erfahrung weiß ich: Das funktioniert nur kurzzeitig. Ich bin also mit meinem Latein am Ende. Mit den Nerven auch.
Aber vielleicht sollte ich mir eine Modelleisenbahn kaufen und fortan das ruhige Leben eines Schrankenbeamten führen. Oder ich gehe zur Post und stempele Briefmarken. Doch wie ich aus erster Hand und gut informierter Quelle weiß, ist das auch kein Zuckerschlecken. Ganz im Gegenteil: Die ewige Verspätung der Bahn oder das fehlende Porto auf dem Maxibrief haben schon so manchen dort in den Wahnsinn oder die Abhängigkeit getrieben. Und eigentlich kann ich dann ja auch da bleiben, wo ich bin.
Ich sage es ja: Das Leben ist ein Irrenhaus.