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Pingeljagd

Etwas westfälischer ausgesprochen sogar: Pingeljachd (mit kurzem “a” und Betonung auf einem rasselnden “ch”).
Wer kennt andere Begriffe dafür?

Zur Erklärung: Bei Frau Nachbarin auf die Klingel drücken, abhauen, sich in die Büsche drücken und freuen, wie der alte Drachen zeternd in der offenen Tür steht!

    PS: Weitere Begriffe in verschiedenen Dialekten findet ihr hier!

5000

Genau 5000 Seitenbesuche seit September 2009. Vielen Dank. Ich werde es mit neuen skurillen Geschichten belohnen, wenn ich erst wieder diesen Yoga-Knoten aus den Armen habe ;-)

Nordic Walking

Wie ein schwuler Seiltänzer stand ich an einem lausig – kühlen Südschwarzwaldsommertag mit anderen Extremsportlern in dämlichen langen Unterhosen auf dem Hof der Kurklinik. Es gibt nur wenig, was so bescheuert aussieht und sich auch so anfühlt wie Nordic Walking. “Outdoor” hieß das im Therapieplan ganz euphemistisch. Ich hatte mir darunter eher idyllische Biergärten, kühle Blonde und heiße Brünette vorgestellt, anstatt mit riesigen Spagatschritten durch die Pampa zu hechten und zwei Stunden später mit einer Adduktorenzerrung auf dem staubigen Asphalthof wieder anzukommen.
Die Schneckenstecherstockschlaufen locker ums Handgelenk gelegt, angetrieben von der beißenden Stimme unserer Generalinstruktorin Frau Major Sonderschicht, preschten wir unter tosendem Beifall der Adipositas – Bewegungsgruppe den steilen Waldpfad hinauf. Das Knartschen des morschen Bodens und das “Chrt-chrt-chrt” der schleifenden Stockspitzen waren nicht laut genug, um mein Fluchen zu übertönen. Sonderschicht belferte irgendwas von keiner Müdigkeit und diagonalem Bewegungsschwung. Ich hatte das dringende Bedürfnis, mich diagonal in die Büsche zu schwingen und eine zu rauchen. Ich täuschte Sand in den Schuhen vor. Der Tross wartete etwa 500 Meter weiter an einer Biegung und schaute sich verstohlen die Tannenzipfel am Horizont an, als ich wieder auf dem rechten Weg wanderte und die Zigarette austrat. Major Sonderschicht hatte meine linke Tour durchschaut und ein besonderes Auge auf mich geworfen. Ich durfte ab jetzt unseren Panorama – Express anführen. Vorbei an tosenden Wasserfällen, tiefen Schluchten und engen Tälern trieb sie mich wie eine Boßelkugel vor sich her. Mit dem letzten, überlebten Gedanken (das erste kühle Bier auf dem Zimmer und weitere im “Dorfkrug”), am Ende meiner Kräfte und die Stöcke unter dem Arm, schleppte ich mich zurück.
“Und morgen”, sagte sie, “machen wir beide die große Runde!”

Murmeltiertag

Heute ist Murmeltiertag oder Groundhog Day
In einem verschissenen kleinen Städtchen mit dem unaussprechlichen Namen Punxsutawney in Pennsylvania (USA) wird jedes Jahr (seit 1887!) das Murmeltier Phil aus seinem Bau gezogen. Bei klarem Wetter, wenn Phil seinen eigenen Schatten im Sonnenlicht sehen kann, dauert er Winter der Tradition zufolge noch 6 Wochen.

Foto: AP

Einer meiner Lieblingsfilme ist, wie auch nicht anders bei meinem Nicknamen zu erwarten, Und täglich grüßt das Murmeltier mit Bill Murray und der wunderschönen Andie MacDowell in den Hauptrollen:

OK, ihr Faulpelze, raus aus den Federn, und nicht die warmen Schühchen vergessen, es ist saukalt da draußen. – Es ist jeden Tag saukalt, wo sind wir hier? In Miami Beach? – Wohl kaum! Später müsst ihr mit reichlich Verkehrsstörungen rechnen, naja, weil wir so ein Schneesturmdingsbums erwarten. Aber es gibt noch einen Grund, warum der heutige Tag so aufregend ist, denn die Frage, die heute jeder auf seinen Fettlippen hat, ist: Wird Punxsutawney-Phil, euer Murmeltiermurmler, rauskommen und seinen Schatten sehen? Denn heute ist Murmeltiertag … Murmeltiertag!

Yoga

Ich kann das nicht. Ich kann nicht durch die Hände einatmen, durch die Füße wieder ausatmen und dabei einen Katzenbuckel machen. Dazu fehlt mir ein Gen. Ich will das auch gar nicht. Ich will lieber hier, von meiner Liege aus, dabei zuschauen, beim Bauch – Beine – Po – Workout für Stewardessen. Dann mache ich den schläfrigen Hund: Langgestreckt, den Kopf auf die verschränkten Pfoten gelegt, blinzel ich mit einem Auge hinüber und sabbere aus dem Maul. Das kann ich gut!

Nasser

Unser Nasser ist kaputt …

Mein Sohn meinte die Waschmaschine, die im Keller neben dem Trockner steht.

Kitsch

Kitsch ist, aus Zucker Bonbon machen. Kunst nimmt dafür Scheiße.

Simon Borowiak

Hexenschuss

Der Rücken knartscht, ich komme kaum aus dem Sessel heraus. Verspannt wie eine Bassgitarre beim Wetterwechsel ziehe ich mich gekrümmt am Handlauf den Flur entlang, bis zum Fahrstuhl. Da steht schon ein Pulk halsstarriger Rennschnecken mit ihren Rollatoren. Starr vor Schreck stolpere ich Käptitän Ahab in seine beigen Mephisto-Schuhe und reiße dabei einen künstlichen Ficus von der Fensterbank. Während sich der Silberrücken noch umdreht, schiebe ich mich auf der anderen Seite vorbei und soeben als letzter in den Fahrstuhl. Ich drücke fix auf “Keller/ Physikalische Therapie”. Die grauhaarigen Atze-Schröder-Doubletten richten ihre Sportwagen wieder in Fahrtrichtung aus, als die Tür grade schließt. Ich schaue durch den Spalt in das zornige Antlitz des wahnsinnigen Walfängers, als ein Stock mit dickem Gummipuffer nach mir schlägt. Mit einem lauten “Knack” entgehe ich der ungerechtfertigten Attacke in letzter Sekunde. Wir halten am Verwaltungstrakt in der ersten Etage. “Speisesaal, Erdgeschoss”, rufe ich, “alle aussteigen!”. 10 Minuten später bin ich alleine im Fahrstuhl. Zufrieden mit mir pule ich zwischen den Zähnen, als der finstere Einbeinige zusteigt. Der Ruck des anfahrenden Fahrstuhls sticht mir ins Kreuz.

Januargefühl

Ein richtiges Januargefühl wollte sich nicht einstellen. Woher denn auch, bei einem Wetter draußen wie im März: Schnee und Eiseskälte. Die Hände tief in den Taschen vergraben, stand sie an der Haltestelle und wartete auf den Bus, der schon seit einer viertel Stunde überfällig (und überflüssig) war wie ihre Monatsblutung. Sie trat von einem auf das andere Bein und fixierte die Kreuzung, aus der er kommen sollte. Das winterliche Treiben setzte eben zum Gnadenstoß an, als der Bus um die Ecke bog. Steif wie ein Eistaucher im Baikalsee nestelte sie mit klammen Fingern nach ihrem Portemonnaie, kaufte sich ein Ticket und taumelte zu einem freien Platz. Sie setze sich ans Fenster, wischte ein kleines Loch in die vereisten Scheiben und spähte hindurch. Es war noch stockfinster, nur wenige Autos waren unterwegs. Ein dumpfer Knall zerschnitt das Brummen des Motors, als mit einem Mal der Bus aprupt stoppte. Einige Fahrgäste rutschten auf ihren Sitzen näher an die Scheiben, um besser sehen zu können, als ein weiterer dumpfer Knall ihre Neugier erstach. “Scheiße, scheiße, scheiße”, hörte sie den Busfahrer sagen. Kurze Zeit später öffnete er mit einem Zischen die vordere Tür und stieg hinaus. Stimmenfetzen wehten herüber, groteske Schatten spielten Fangen. Endlich trat der Busfahrer mit lautem Poltern und Stampfen wieder ein. In der einen Hand hielt er einen toten Schneemann, in der anderen eine doppelläufige Flinte.
Dann war Stille. Der Wind hatte aufgehört zu wehen und die Schneeflocken verharrten regungslos in der Luft. Fadenschnippsel huschten auf blassrotem Hintergrund vor ihren Augen hin und her, ihr Atem rasselte und ihr Brustkorb hob und senkte sich wie eine Qualle beim Schreittanz. Sie schreckte hoch, als es hupte. Sie saß noch immer an der Haltestelle, die Haare nass von der Scheibe des Wartehäuschens, an die sie ihren Kopf gelehnt hatte. Schlüssel und Handy waren ihr aus der Hand geplumst. Der Bus stand genau vor ihrer Nase. Der Fahrer rief durch die Tür: “Wollen Sie jetzt mit oder weiterschlafen?”

Dies ist mein Beitrag zu Donna’s Schreibprojekt.

Haferschleim

Ich war mal krank. Musste sogar ins Krankenhaus. Sollte sogar da bleiben. Am nächsten Nachmittag spielte aber Arminia Bielefeld – Bayern München. Ich wollte nicht bleiben. Ich wollte auf den Block, wo ein anständiger Fan hingehört, wenn er in Bielefeld wohnt. Ich musste aber bleiben. Ich hatte aber meine Dauerkarte und mein Trikot eingepackt. Komisch. Ich dachte, höre ich das Spiel eben im Radio. So blieb ich eine Nacht, bat die Schwester, mir den Zugang zu ziehen, weil er weh täte und machte dann einen GAAANZ langen Spaziergang. Am Stadion vorbei. Zufällig. Und als Fan hatte ich natürlich mein Trikot an. Und meine Dauerkarte dabei. Vielleicht könnte ich die ja noch einem Freund geben. War aber keiner da. Warn schon alle auffem Block. Ging ich also mal gucken. Hallo sagen. War ein geiles Spiel. Ham aber verloren.
Am Abend gabs wieder Haferschleim im Krankenhaus. Lauwarm. Das Zeug schmeckt ja wie aufgeweichtes Löschpapier in Grau. Sieht auch so aus. Also erst einmal einen Teebeutel reinhängen. Dann gings schon besser runter. Mit weniger Würgen. Mein Körpergewicht näherte sich inzwischen dem einer gusseisernen Bratpfanne. Dann kam Ostern. Ich löste kleine eingeschmuggelte Schokohäschen im Haferschleim auf. Das war schon ein anorektisches Festmahl. Sehr empfehlen kann ich auch einen etwa 2 cm langen Streifen Zahnpasta. Nimmt man Signal, ist es quasi sogar Haferschleim rot – weiß. Nach 5 Tagen und 7 Kilo geschmolzenem Körpergewicht hätte ich jede Schwesternschülerin zugunsten eines Butterkekses nackt liegen lassen. Dann gab es Aufbaukost. Ich dachte, dass mich das aufbaut. Vergeblich suchte ich unter der Portionsmarmelade (Aprikose!) nach Aufschnitt. Wie ein Huhn, nicht wie ein Mann, pickte ich meine Scheibe Un-ge-Toast und mopste mir bei entlassenen Mitpatienten Magermilch-Joghurts vom Tablett, bevor die abgeräumt wurden. Am Abend, nachdem mich das erste Mal die osteuropäische Außenhandelsvertreterin nach Brötchen zum Frühstück gefragt hatte, wurde ich entlassen. Schlank wie ein Zaunpfahl, geil wie ein Murmeltier nach dem Winterschlaf und der Kühlschrank leer wie eine Halle zwei Stunden nach Ende eines Konzertes von Hansi Hinterseer.

Der graue Riese

Das Meer zeigte sich von seiner rauhen Seite. Grollend warf der graue Riese seine kalten Arme ans Ufer. Sein eisiger Atem fegte dicke Schneeflocken vor sich her wie eine Horde aufgescheuchter Krabben beim Schulausflug. Aufgepeitschte Gischt küsste mich feucht wie eine junge Affaire. Benommen stolperte ich über seine Gebeine den Strand entlang, der inzwischen schon knietief unter Schnee begraben lag. Am Horizont blinzelte mir ein Zyklop aufmunternd zu.

Schlafräuber

Davon spuken auch gerne welche durchs oder ums Haus (besonders dann, wenn ich mal extra früh schlafen gegangen bin!):

Späte Anrufer, Zeitverschiebungsvergesser, SMS-Signaltöne, Poltergeister, Taschenlampengespenster, Klingeljäger, Klingelhosen, Krähen auf dem Kamindach, Eulenheulen, Ameisenhusten, Flohräuspern, Froschfürze, Mückensummen, Hundebellen, Magenknurren, Netzteilbrummen, automatisiertes Reinigungsprogramm Drucker, Stand-by-Lämpchen, Autotürenzuschläger, Motorenaufheuler, Scharfbremser, Alarmanlagenbesitzer, Vor dem Fenster – Unterhalter, marodierende Horden, Zahlungsaufforderungen, Hähnchenschnitzel in Gorgonzolasoße, Heimniederlagen, Auswärtsniederlagen, Heimsiege, Auswärtssiege, Unentschieden (egal wo), Martins-Singer, Sternsinger, Schiefsinger, Schleudergänge, Schlagregen, Schneeschipper, Schlüsselklimperer, Verliebt sein, Zeitumstellung, Zeitungseinwerfer, Vollmond, Doppeltermine, piepende Wecker, kratzende Bettwäsche, tropfende Wasserhähne, knartschende Lattenroste, klappernde Türen, kalte Füße, “Ich muss noch die Mülltonne an die Straße stellen” – Gedanken (alternativ: “In vier Stunden muss ich wieder aufstehen”, “Habe ich das Auto abgeschlossen?”, “Wie hieß der/die/das bloß?”, “Was koche ich morgen?”, “Was habe ich heute gegessen?”, “Wer bin ich überhaupt?”).

Wenn das morgen alles weg ist, dann schlaf ich erst mal aus!

Zeiträuber

Davon geistern im Moment viele durchs Haus:

Kleine Notizzettel, blinkende Anrufbeantworter, SMS-Signaltöne, Stofftiere und lange Unterhosen mit Löchern, ferngesteuerte Autos und Taschenlampen mit leeren Akkus, volle Wäschekörbe, leere Kühlschränke, harte Brötchen, keine Eier, Zahlungsaufforderungen, Weihnachtsdeko, Adventskalender, Pfandflaschen, Altpapier, Schneeschipper, zugefrorene Scheiben, Matsch im Flur, nasse Schuhe, gerissene Schnürsenkel, verklemmte Jalousien, durchgebrannte Glühlampen, Steinschlag in der Windschutzscheibe, Winterreifen im Schuppen, Abfallkalender, Koffer, unaufgeräumte Kinderzimmer, nicht gemachte Betten, Nachts plötzlich piepende Wecker, Elternstunden in der Kita, Fortbildungen am Freitag, Hunger in der Mittagspause, Klebefilm- und Scherenverstecker, Brillen- und Hausschlüsselverschlürer!!

Wenn das morgen alles weg ist, ja Scheiß in Dreck, was mach ich dann?!

[Grippe]

Last Christmas

Seit 1984 geht mir das auf die Nüsse. An jedem Glühweinstand trällern mir diese beiden Lappen die Ohren voll. In der Bahn, im Bus, im Auto, beim Brötchen holen, im MP3-Player, auf dem Deich, selbst im Radio. Keine Ruhe!

Wann kommt endlich die Version “Very last christmas” heraus? Dann singe ich mit: “Letzte Weihnacht, allerletzte Weihnacht …”

Ich habe früher immer Pink Floyd gehört: Wish you were here. Das mache ich jetzt auch wieder!

Schnee schippen

Weihnachten naht. Draußen bricht der Winter los, holt sich alle Passanten ohne Mütze, Schal, Handschuh und warme Schuhe. Der eisige Wind gefriert ihnen die unbedeckte Nase und die Ohren. Ich kanns vom meinen Fenster aus sehen. Lustig schlittern sie über vereiste Bürgersteige, den Kragen hochgeschlagen, den Hals ganz klein gemacht, die Hände tief in den Taschen vergraben. Sie sehen aus wie 1,70 m große Pinguine. Gehen auch so. Auf der anderen Straßenseite dreht ein Sommerreifenfahrer grade durch. Er hat nur ein winziges Guckloch gekratzt, der Anlasser klingt wie Bert aus der Sesamstraße, wenn er lacht. Endlich springt die alte Möhre an. Die Vorderreifen machen bestimmt im Stand schon 80 km/h, das Auto qualmt wie der Kühlturm eines Braunkohlewerkes, als der Motor wieder stirbt. Wutschnaubend verstaucht er sich den Fuß beim Tritt gegen den hartgefrorenen Reifen und schließt sich humpelnd der Pinguinkarawane an.
Die Flocken werden dichter, man kann fast nur noch die Schirmspitzen sehen. Ich will mir grade einen neuen Glühwein heiß machen, als mir der Kehrwochenplan in die Hände fällt. Schneedienst? Ich? Ach du scheiße, wo sind bloß meine Handschuh und die Mütze?!

Deko-Stress

Es ist wieder soweit: Der Deko-Stress beginnt. Da kommt man nicht drumrum. Selbst wenn ich mir beim Autogramm von Oliver Kahn geschworen habe, Gott hab ihn selig, diesen Wahnsinn einfach zu ignorieren, basteln die Kinder in der Schule sicher etwas Tolles. Mit ihren Lehrerinnen wird da gemalt und geklebt, gehäkelt und geklöppelt, gefilzt und gefärbt. So werden Dutzende Pappsterne mit Bommeln, Engelchen zum Hinstellen, Wachstropfformen, verzierte Nadelgehölzzweige, rote Filzmützchen oder selbstgebackene knüppelharte Kekse, die unbedingt am Baum hängen müssen, stolz nach Hause getragen. Unsinnige Wichtelgeschenke werden angeschleppt und Nümmerchen für Adventskalender gezogen. Seitdem ziert unsere Küchenfensterbank ein kleiner Nikolaus mit Glitzer, der je nach Wetterlage seine Farbe verändert. Bei Regen oder Schnee ist er rosa und wenn die Sonne scheint, funkelt er blau. Nur Abwaschen kann er nicht. Na ja, beim Schrottwichteln in der Firma werde ich ihn wenigstens im nächsten Jahr wieder los!
Die Kinder schmücken zu Hause weiter bis die Wohnung aussieht wie die Asservatenkammer des Weihnachtsmannes: Kleine Rentier- und Wichtelkarawanen stolpern durch die selbstgebaute Winterlandschaft aus Styropor und die Krippe wird auf dem Fernsehgerät aufgebaut (ich dreh dann immer den Bass auf, bis der Esel umplumpst). Auf dem Küchentisch nadelt ein trockener Adventskranz, beim Auspusten der Kerzen spritzen Wachsflecken bis an die Tapete und den ganzen Tag dudelt aus dem Radio Rolf Zuckerdosis “Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus …”.

Ich baue mir jetzt erstmal die Freistoßsituation in den Schnee, als Kamper dem Kahn einen indirekten Freistoß an der Mauer vorbei ins Eck knallt. Schön mit Schal und Trikot! Das war auch wie Weihnachten.

Baumfieber

Weihnachten stand vor der Tür und wieder einmal hatte es diese endlosen Diskussionen gegeben. Seit zwei Wochen stritten sie jeden Abend darüber, ob sie am ersten Feiertag ihre Eltern zu Gans mit Rotkohl und Klößen besuchen oder zu seinen Eltern fahren, wo es traditionell Kartoffelsalat mit Bockwürstchen im Brötchen gibt.
“Immer dieses heilige Gedudle im Oberhemd”, dachte er und schüttelte sich, “und diese scheiß schweren handgeriebenen Kanonenkugeln, die den fetten Vogel vom Himmel geschossen haben …”. Mit Grauen erinnerte er sich an das heuchlerische Bestaunen des oberförsterlich erschlagenen grün-(n)adeligen Waldbewohners mit echten Bienenwachskerzen im letzten Jahr (das Mistding piekste, war nach zwei Tagen kahl wie ein katholisches Kirchenoberhaupt und auf allen Fotos sah man diesen dämlichen Löscheimer!). Der Gedanke an einen diskret zugeschobenen Büttenumschlag mit 50 Euro stimmte ihn auch nicht fröhlicher.
Daheim aber tauchten hunderte kleine Lämpchen die Rundfichte, eine schnittgrüne Konifere, in ein heimeliges und verheißungsvolles Licht. Engelschöre verkündeten die heilige Nacht. Mutter deckte durch Berge von Geschenkaltpapier watend den Tisch mit ihrem himmlischen hausgemachten Kartoffelsalat, ein kulinarisches Weihnachtsgedicht. Ihm lief bei diesem Gedanken das Wasser im Munde zusammen. Und die 20 Euro konnte er gut gebrauchen.

“Schön, dass ihr da seid”, riss sie ihn aus den Träumen, als sie die Tür öffnete, “ich hab heute zur Abwechslung ‘mal Gans gemacht!”

Dies ist mein Beitrag zu Donna’s Schreibprojekt.

Verkaufen

Was kann mann und frau denn zu Verkaufen alles sagen?

Verhökern sagt man bei uns.

    PS: Weitere Begriffe in verschiedenen Dialekten findet ihr hier!

Adventskalender

Bald Jetzt ist es wieder soweit.
Schokoladenadventskalender werden schon vorm Frühstück geplündert, kleine selbstgenähte Filzbeutel lieblos aufgerissen, duftende Miniaturfläschchen versprüht, Hartplastikteile von Lego, Playmobil oder Polly Pocket verstreut oder Hot Wheel – Karawanen ziehen quer durch die Küche.

Wie besinnlich ist es da doch, meinen Adventskalender gemeinsam zu füllen!
Dazu bitte die Kommentar – Funktion benutzen!

Nun hier der angekündigte Cartoon von karicartoons zum Zimtdöner, der im 6. Törchen steckt:

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